Was verstehen wir unter

Friedensförderung

Bewaffnete Konflikte nehmen weltweit zu. Viele Länder sind in Konflikte und Kriege involviert, die weit über ihre Landesgrenzen hinaus reichen. Damit erhalten viele Konflikte eine internationale Dimension, was einen umfassenden Frieden zunehmend erschwert. Kriege führen zu schweren humanitären Krisen, zu Gewalt und Traumatisierung, welche die schwächsten der Gesellschaft am stärksten betrifft.

Friedensförderung sieht sehr unterschiedlich aus

Tearfunds Partnerorganisationen arbeiten in volatilen Konfliktregionen und setzen sich dort für Friedensbildung und friedensfördernde Maßnahmen ein. In Ruanda begleitet unsere Partnerorganisation Überlebende und Täter des Genozids an den Tutsi, Twa und gemäßigten Hutu im Jahr 1994 mit psychosozialen Angeboten und fördern nachhaltige Versöhnung. In der Demokratischen Republik Kongo unterstützen wir Menschen, die vor dem Konflikt zwischen bewaffneten Rebellen und der Regierung fliehen. Viele haben (sexualisierte) Gewalt erlebt.

Worauf arbeiten wir hin?

Unsere Vision ist es, die Auswirkungen und systemischen Ursachen von Gewalt zu überwinden und nachhaltigen Frieden zu fördern. Gemeinsam mit Kirchengemeinden und Communities arbeiten wir daran, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten, den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen und Versöhnung zu ermöglichen. Dabei stärken unsere Projekte besonders Frauen und junge Menschen, damit ihre Stimmen gehört und ihre Rechte beachtet werden.

Peace Champions: Wenn Einzelne ihre Community verändern

Tearfunds Ansatz zur Friedensförderung beinhaltet die Ausbildung von Einzelpersonen aus den Communities zu friedensfördernden Persönlichkeiten, die als Mediatorinnen und Mediatoren agieren (Peace Champions). Sie werden in der Moderation von Konflikten geschult und sowohl untereinander als auch mit lokalen und regionalen Entscheidungsträgern vernetzt. Gemeinsam mit ihrer Community führen sie Friedensdialoge (Community Conflict Transformation Dialogues) durch. Durch diese Dialoge und Workshops wird ein Verständnis für die Konflikte sowie für erlittene Verletzungen und Traumata geschaffen und dann gemeinsam Lösungen erarbeitet, moderiert und umgesetzt.

“Wir wollen, dass Menschen in Würde leben, Gleichberechtigung erfahren und Verantwortung übernehmen. Deshalb bauen wir in Konfliktregionen z.B. Schutzhäuser für Frauen oder psychosoziale Unterstützungsangebote auf und sensibilisieren Communities für friedliche und geschlechtergerechte Konfliktlösungen.“

Coalition for Humanity, Tearfunds Partner im Südsudan

Ohne Versöhnung gibt es keinen Frieden

Wichtiger Bestandteil von Friedensförderung und Konfliktbearbeitung ist die psychosoziale Begleitung und Unterstützung der Überlebenden von (sexualisierter und geschlechtsspezifischer) Gewalt. Tearfund ist davon überzeugt, dass Frauen und Männer in allen Dingen gleichberechtigt sind und ein Leben frei von Gewalt und Missbrauch führen dürfen. Weltweit ist etwa jede dritte Frau von sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen¹. Oft werden diese Frauen und Mädchen stigmatisiert und für die gegen sie ausgeübte Gewalt verantwortlich gemacht.

Mit unserem Ansatz Transforming Masculinities (frei übersetzt: ein verändertes Männerbild) adressieren unsere Projekte soziale Normen und Verhaltensweisen, die zu Geschlechterungleichheit und zu Gewalt an Frauen und Mädchen führen. In Workshops erarbeiten Frauen und Männer gemeinsam positive Bilder von Männlichkeit und erarbeiten, wie Geschlechtergerechtigkeit praktisch gelebt werden kann.

Durch sogenannte Healing Sessions (gruppentherapeutische und psychosoziale Angebote), die von ausgebildeten Beraterinnen und Berater begleitet werden, werden Menschen bei der Aufarbeitung erlebter Traumata unterstützt, Versöhnungsprozesse angestoßen und dadurch auch erneuten Konflikten vorgebeugt.

¹ UN WOMEN: Facts and Figures: Ending violence against women, (2025).

Wusstest Du schon?

Der Weltfriedensindex des Institutes for Economics & Peace versucht Frieden in verschiedenen Ländern messbar zu machen. Dazu werden Indikatoren aus drei Dimensionen erhoben: Sicherheit und Schutz der Gesellschaft, Konflikte im In- und Ausland und Grad der Militarisierung. Deutschland lag 2025 auf Platz 20 von 163².

¹ Institute for Economics and Peace: Global Peace Index, (2025).

Ein Projektbeispiel aus der Demokratischen Republik Kongo

Unsere Partner in der DRK bieten psychosoziale Unterstützung, stärken den sozialen Zusammenhalt und die Widerstandsfähigkeit dieser vom Konflikt betroffenen Communities und leisten damit einen Beitrag zum Frieden in der Region.

Dann wird Friede sein

Lass Dich weiter inspirieren:

In unserem Downloadbereich findest Du das Lied „Dann wird Friede sein“. Es lädt zum Innehalten ein und beschreibt anschaulich, wie Gott in dieser Welt Frieden stiften will.