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August 2026
James Gooding

Männlichkeit neu gestalten: sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt beenden

Hinweis: In diesem Beitrag werden Gewalt und sexualisierte Gewalt thematisiert. Diese Inhalte können für manche Leserinnen und Leser belastend oder beunruhigend sein.

Etwa 840 Millionen Frauen und Mädchen haben körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt – jede dritte Frau weltweit. Diese schockierende Statistik wirft die Frage auf: Wie kann Gewalt gegen Frauen und Mädchen beendet werden?

„Transforming Masculinities“ (Männlichkeit neu gestalten) ist ein von Tearfund entwickelter Ansatz, der gemeinsam mit Männern ein Verständnis von Männlichkeit fördert, das Geschlechtergleichheit und Respekt gegenüber Frauen einschließt.

Die Rolle der Kirche

Von Tearfund durchgeführte Befragungen haben ergeben, dass Kirche und religiöse Überzeugungen in vielen Ländern männliche Identitäten und Geschlechterrollen stark beeinflussen.

Diese Wirkung kann positiv oder negativ sein. Einerseits können bestimmte Interpretationen religiöser Texte benutzt werden, um Gewalt zu rechtfertigen oder Betroffene von sexualisierter Gewalt zu beschämen.

Andererseits können sich religiöse Führungspersonen und Einrichtungen wirkungsvoll gegen sexualisierte und geschlechterspezifische Gewalt einsetzen. Der Ansatz “Transforming Masculinities” hilft Communities dabei, auf Geschlechtergleichheit hinzuarbeiten. Die Grundlage dafür bilden religiöse Texte, die die Würde und Gleichheit aller Menschen betonen.

In der Praxis

Der Ansatz setzt bei den Führungspersonen in der Kirche an, die gemeinsam darüber nachdenken, wie Zusammenleben in ihrer Community aussehen kann, biblische Texte analysieren und den Erfahrungen von Frauen aus ihrer Community zuhören. Dadurch werden sie ermutigt, ihre Vorstellungen von Geschlechterrollen neu zu überdenken.

Zu den Inhalten der Trainings gehören Themen wie Ursachen für sexualisierte und geschlechterspezifische Gewalt, Machtanalysen, Jesus als Vorbild für gelebte Männlichkeit und Einführung in Gesprächsführung und Mediation.

Durch ehrliche Gespräche, die Auseinandersetzung mit vorherrschenden Geschlechterrollen sowie positive männliche und weibliche Vorbilder werden zerbrochene Beziehungen geheilt, was sich auf alle Lebensbereiche einer Community auswirkt.

Der Transforming Masculinities Ansatz

Die Geschichte von Silvestre und Evelyne

„Wenn mein Mann nach Hause gekommen ist, war er wie ein Tier, heute kommt ein König durch die Tür“, erzählt Evelyne.

Früher war ihr Mann Silvestre starker Trinker, wie die meisten Männer in ihrem Dorf in Burundi. Oft ist er betrunken nach Hause gewankt, um seine Familie zu tyrannisieren. Mehr als einmal verprügelte er seine Frau, als sie sich schützend vor die Kinder stellte.

Hoffnung und Transformation

Als Evelyne einmal für längere Zeit in ein Krankenhaus muss, erfährt sie, dass sie nicht alleine ist und sich nicht in ihr Schicksal fügen muss. In einer Selbsthilfegruppe lernt sie, über ihre Erfahrungen zu sprechen und ihre Situation zu verstehen.

Als sie droht, ihren Mann zu verlassen, schließt sich Silvestre einem Kurs zu „Transforming Masculinities“ an. Am Anfang nimmt er nur teil, um in der Community nicht das Gesicht zu verlieren. Doch schon nach dem ersten Treffen ist er berührt, er beschließt, sein Leben zu ändern. Er lernt am Vorbild Jesu, wie ein Mann sich Frauen gegenüber verhalten soll. Er hört auf zu trinken. Als Ausgleich schließt er sich einer Tanzgruppe in seinem Dorf an. Bei Festen führen sie traditionelle Tänze auf.

Alles verändert sich

Diese Veränderung hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche des Ehepaars. Zuhause wird Silvestre sanfter. Er sucht das Gespräch mit seiner Frau. Gemeinsam treffen sie bessere Entscheidungen über die Finanzen der Familie, was ihnen ermöglicht, Geld zu sparen und ihr Geschäft zu erweitern.

Silvestre besucht weiter die Männergruppe der Gemeinde, wo sie Konfliktstrategien besprechen – und lernen, was einen „echten“ Mann ausmacht.

Evelyne und Silvestre

Beten für ein Ende von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt

„Ihr Männer, liebt eure Frauen so, wie Christus seine Gemeinde liebt: Er hat sein Leben für sie gegeben.“ (Eph. 5:25, Hoffnung für alle)

  • Bete für Frauen und Mädchen rund um die Welt. Bitte Gott um Gerechtigkeit und Gleichheit in allen Ländern und darum, dass er sie schützt und Gewalt gegen Frauen und Mädchen beendet.
  • Bete für Männer und Jungen. Bitte Gott um eine Herzensänderung bei denen, die Frauen nicht als gleichwertig ansehen.
  • Bete für Kirchen weltweit. Bete darum, dass Gemeinden mit Gottes Hilfe Programme anbieten können, die Hoffnung, Heilung und Veränderung bringen und den von Gott gegebenen hohen Wert von Männern und Frauen vermitteln.

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Jeden zweiten Monat versenden wir aktuelle Gebetsanliegen per E-Mail. Mehr zu unserer Gebetsmail findest Du hier: Gebetsmail

Transforming Masculinities ist u.a. Teil unserer Projektarbeit in Ruanda. Mehr Informationen dazu findest Du hier: Versöhnung und neue Perspektiven in Ruanda

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