Dürren in Ostafrika nehmen immer mehr zu

Gibt es überhaupt eine Chance auf Leben?

„Erst trifft die Dürre die Tiere, dann die Menschen.“

Am 13.01.2022 hat der Vizepräsident von Somaliland eine offizielle Dürre erklärt. Derzeit sind 810.000 Menschen in den Gemeinden auf Nothilfe angewiesen und es wird vermutet, dass diese Zahl in den nächsten Wochen auf über 1 Million ansteigt.

Was ist so schlimm an einer Dürre?

Eine Dürre ist eine lange Trockenheit, die Wassermangel, Erntezerstörung und Hunger als Folge hat. Das Ausbleiben von Niederschlägen über einen längeren Zeitraum bedroht das Leben und die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen.

Dürren hat es in Ostafrika schon immer gegeben. Doch sie folgen heute viel dichter aufeinander als noch vor ein paar Jahrzehnten. Früher wechselten sich Regen- und Trockenzeiten ab. Somit waren zwei Ernten im Jahr möglich. Eine im Januar und Februar, eine weitere im Juli und August, jeweils nach den Regenzeiten.

Diesen Rhythmus gibt es durch den Klimawandel nicht mehr und das ist ein Grund für den Hunger der Menschen in den Dörfern.

„Je nach Region sind in diesem Land circa 50-90 Prozent des Viehbestandes gestorben. Die übrigen Tiere kann man aufgrund ihres schlechten Zustands kaum verkaufen.“

Muna verlor durch die Dürre ihr Zuhause und ihre Einnahmequellen

Muna erzählt über die Dürre in Ostafrika

Muna lernten wir im Binnenflüchtlingslager Salahley kennen. Sie und ihre acht Kinder empfingen uns vor ihrem Zelt. Dort erzählte sie uns ihre traurige Geschichte.

“Früher waren wir Viehhirten, und lebten von unseren Tieren. Wir hatten Milch, Fleisch und konnten manche Tiere verkaufen. Aber immer häufiger blieb der Regen aus. Die Dürre zerstörte nach und nach unsere ganze Viehherde und damit konnten wir nichts mehr essen und wir konnten nichts mehr kaufen. 

Die Kinder weinten vor Hunger und wir mussten schließlich flüchten und alles hinter uns lassen. Wir kamen hierher und wohnen notdürftig in diesem Zelt mit vielen anderen Familien.“

In diesem Flüchtlingslager versorgen wir die Familien mit Wasser, Essen und Schulungen. Wir wollen ihnen wieder eine Hoffnung auf ein Zuhause schenken, wo Frauen eine Ausbildung erhalten, Kinder in die Schule gehen können und sie kein Hunger mehr leiden müssen. Was für ein Gegensatz zu Deutschland.

Am Ende unseres Gespräches sagte Muna: ” Wir sind Tearfund Deutschland sehr dankbar, weil sie uns unterstützt haben und uns wieder ein wenig Hoffnung zurückgegeben haben.“

Was Tearfund Deutschland tut

Wie genau hilft man denn bei einer Dürre?

Unser Hauptziel in Somaliland ist es, Dorfgemeinschaften zu stärken, damit die Menschen ihre lokalen Probleme und Krisen selbst bewältigen können! Unsere Arbeit zielt daher direkt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften und Haushalte gegenüber den Auswirkungen dieser Dürren zu erhöhen:

Am Allerwichtigsten ist Trinkwasser in Zeiten der Trockenheit. Durch Spenden können wir Wassertanks und Wasserfilter organisieren, die Menschen in den entlegenen Flüchtlingscamps unbedingt brauchen.

Darüber hinaus legen wir gemeinsam nachhaltige Gemüsegärten und Gewächshäuser an, damit verschiedene Gemüsesorten verfügbar sind und führen Kochkurse zusammen mit Müttern durch.
Familiengesundheitsberater werden ausgebildet, damit die die Menschen durch Hausbesuche über gesunde Ernährung aufklärt werden. Außerdem entwickeln wir Maßnahmen, um Wasserversorgung und Bodenfruchtbarkeit langfristig zu sichern.

Um auf die Frage am Anfang einzugehen: Gibt es überhaupt eine Chance auf Leben?

Ganz klar JA! In dem Bibelvers 82,3 fordert uns Gott auf den Witwen und Waisen zu helfen, ihnen Recht zu verschaffen.

“Schaffet Recht den Armen und den Waisen
und helft den Elenden und Bedürftigen zum Recht.”

Gott möchte, dass niemand in Armut lebt. Auch Muna und ihre acht Kinder nicht. Deshalb:

Wassermangel in der Dürre - Hungerkatastrophe

Wir sind eine christliche Hilfsorganisation. Deshalb glauben wir auch an die Kraft des Gebets. Wenn du uns und die Menschen in Somaliland mit Gebet unterstützen willst, melde dich hier an. Wir haben in der Vergangenheit schon viele Wunder durch Gebet erlebt und sind für jeden dankbar der gerade auch in Zeiten der Dürre betet.

Wenn du den Blogartikel bis hierhin gelesen hast, dann danke ich dir für dein Interesse an unserer Arbeit.

Falls du Fragen rund um Projektpatenschaft, Spende oder Gebet hast, ist Jelena die beste Ansprechperson. Sie freut sich über deine Nachricht.

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