Was verstehen wir unter
Wasserversorgung
Weltweit haben 1 von 4 Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser – das entspricht 2,1 Milliarden Menschen. Etwa 3,4 Milliarden Menschen haben keine sichere Sanitärversorgung, was in vielen Ländern zu Krankheitsausbrüchen, wie z.B. Cholera führt¹.
¹ WHO, UNICEF, JMP: Bericht – Fortschritte bei Trinkwasser und sanitären Einrichtungen in Haushalten 2000-2024 – Schwerpunkt Ungleichheiten, (2025).
Wasser ist ein Menschenrecht
Der Zugang zu ausreichend und sicherem Wasser ist ein Menschenrecht und ohne den Zugang zu sauberem Wasser können Menschen die Armut, in der sie leben, nicht überwinden. Sauberes Wasser und Sanitärversorgung zählen daher auch zu den globalen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDG 6).
Auch die Vereinten Nationen haben in den globalen Entwicklungszielen (SDGs) sauberes Wasser und angemessene Sanitärversorgung als entscheidendes Ziel (SDG 6) für ein Leben in Gesundheit, Würde und nachhaltige Entwicklung formuliert.
Es geht nicht nur um Trinkwasser
In unseren Projekten verfolgen unsere Partner einen Ansatz, der Trinkwasserzugang, Sanitärversorgung und Hygiene kombiniert (abgekürzt als WASH) und damit eine ganzheitliche Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Menschen anstrebt. Dazu arbeiten wir mit Communities und der lokalen Verwaltung zusammen, um nachhaltige Wasser- und Sanitärversorgung zu etablieren. Diese Infrastruktur wird von den Menschen in Wasserkomitees selbstständig verwaltet und ist für alle Menschen aus einer Community gleichermaßen sicher zugänglich. Dabei berücksichtigen unsere Projekte besonders die Bedürfnisse von schutzbedürftigen Gruppen, wie z.B. Frauen, Kindern oder Menschen mit Behinderung.
Bei der Wasserversorgung berücksichtigen unsere Projekte sowohl die Erschließung und Auswahl von sauberen Wasserquellen, die sichere Entnahme des Wassers und die Beförderung von der Quelle zum Haushalt und die Wasseraufbereitung. Außerdem wird die Wasserqualität regelmäßig überprüft. Dazu werden Sicherheitspläne erarbeitet, mit denen Communities die Wasserversorgung selbstständig instand halten und überprüfen können.
Warum WASH auch Geschlechtergerechtigkeit bedeutet
In den meisten Ländern sind Frauen und Mädchen verantwortlich dafür, Wasser für ihre Familien zu beschaffen. Trotz dieser Verantwortung sind Frauen aufgrund des ungleichen Zugangs zu Wasser und Land unverhältnismäßig stark von Wasserknappheit betroffen. Sie sind die Hauptpflegepersonen, wenn Angehörige an Durchfallerkrankungen leiden und sind damit einem höheren Krankheitsrisiko ausgesetzt. Häufig müssen sie bis zur Dunkelheit warten, um ihre Toilettenbedürfnisse im Freien oder auf unsicheren Toiletten zu verrichten, oder Wasser von weit entfernten Quellen zu holen. Dabei sind sie häufig Übergriffen und Gewalt ausgesetzt. Tearfund priorisiert deshalb die Bedürfnisse und Anliegen von Frauen und bezieht immer sowohl Frauen als auch Männer in Projektplanung und -umsetzung ein. Der gleichberechtigte Zugang zu sicherem Wasser ist ein wesentlicher Bestandteil von Geschlechtergerechtigkeit.
„Wichtigster Bestandteil unserer WASH-Projekte ist die Beteiligung der Community. Dabei geht es um partnerschaftliches Arbeiten und Engagement. Indem wir Menschen aus allen Altersgruppen und Lebensbereichen als Freiwillige einbinden, entsteht ein Gefühl der gemeinsamen Verantwortung. Alle werden befähigt, ihren Teil beizutragen, was zu wirklich nachhaltigen und positiven Veränderungen führt.“
Tearfund Mitarbeiter aus der Zentralafrikanischen Republik
WASH muss konfliktsensibel sein
Für die Arbeit in fragilen Kontexten ist es wichtig, dass Projekte sensibel auf die Ursachen und Auswirkungen von Konflikten reagieren. Im Falle von WASH-Projekten verfolgen wir einen konfliktsensiblen Ansatz, der gleichzeitig Infrastruktur entwickelt, die Community mobilisiert und gemeinsam nach Lösungen für Konflikte rund um Wassernutzung sucht.
Oftmals brauchen marginalisierte Menschen mehr Unterstützung, um sicherzustellen, dass ihre Rechte und Bedürfnisse gleichermaßen anerkannt werden. Dazu gehören Frauen und Kinder, Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung, Menschen aus bestimmten ethnischen Gruppen, Religionen oder gesellschaftlichen Schichten, sowie Geflüchtete oder Binnenvertriebene. Diese Menschen werden häufig von WASH-Einrichtungen ausgeschlossen. Deshalb konzentriert sich Tearfund auf die am stärksten benachteiligten Gruppen, um damit auch übergreifende Konflikte und Probleme, wie geschlechtsspezifische Gewalt oder unsichere Landbesitzverhältnisse, zu adressieren.
Wusstest Du schon?
Seit 1990 erheben die Weltgesundheitsorganisation und UNICEF Daten in ihrem Joint Monitoring Programme zur weltweiten Trinkwasser- und Sanitärversorgung sowie zur Hygienesituation. Dabei berücksichtigen sie auch Faktoren wie Geschlecht, sozio-ökonomischer Status, Region und Geographie oder Einkommen.
Ein Projektbeispiel aus dem Jemen
Im Jemen sanieren unsere Partner gemeinsam mit Communities öffentliche Zisternen und Wassertanks, installieren Abwassersysteme und schulen Menschen zu verbesserten Hygienepraktiken und Gesundheit.
Deine Spende macht den Unterschied
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