Was verstehen wir unter

Nothilfe

Humanitäre hilft Menschen in unmittelbaren Notsituationen, die sie nicht aus eigener Kraft bewältigen können, wie z.B. nach Naturkatastrophen oder in Kriegsgebieten. Das Ziel humanitärer Hilfe ist es Leben zu retten, Leid zu lindern und Betroffene zu schützen. Weltweit steigt der humanitäre Bedarf aufgrund anhaltender Krisen und Kriege.

Wichtiger denn je

Seit 2019 hat sich die Zahl der Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind auf etwa 305 Millionen Menschen verdoppelt¹. Gleichzeitig kürzen viele Geberländer ihre Budgets für humanitäre Hilfe, was für viele Menschen verheerende Auswirkungen hat.

¹ International Rescue Committee: Emergency Watchlist – a world out of Balance, (2025).

Die 4 Prinzipien der humanitären Hilfe

1. Menschlichkeit:

Wo immer möglich, muss menschliches Leid gelindert werden und die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen werden besonders berücksichtigt.

2. Unparteilichkeit:

Die Hilfe richtet sich allein nach dem Bedarf und wird ohne Diskriminierung aufgrund von Nationalität, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion etc. bereitgestellt.

3. Neutralität:

In Konfliktsituationen darf keine Seite bevorzugt werden oder Partei ergriffen werden.

4. Unabhängigkeit:

Die humanitären Ziele sind getrennt von politischen, militärischen oder wirtschaftlichen Zielen. Das einzige legitime Ziel humanitärer Hilfe ist es, Leben zu retten und Leid zu lindern².

² Auswärtiges Amt: Grundlagen der humanitären Hilfe – Wie Deutschland hilft, (2024).

Zu Nothilfe gehören die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Wasser- und Sanitärversorgung, die Deckung von grundlegenden Hygiene- und Gesundheitsbedarfen. Aber auch Kinderschutz und Bildungsangebote sind Teil humanitärer Interventionen. Häufig werden Menschen in Notsituationen auch mit Bargeldhilfen unterstützt, damit sie sich selbstbestimmt und würdevoll mit dem Nötigsten versorgen können. Nothilfe geschieht primär durch Helferinnen und Helfer vor Ort.

Wo es möglich ist, unterstützen wir unsere Partner dabei, in Katastrophensituationen Nothilfe zu leisten.

„Die Menschen in den entlegenen Bergregionen haben kaum Zugang zu Vorräten und grundlegender Versorgung, um diesen harten Winter zu überleben. Unser Partner lässt nichts unversucht, um den Menschen in den entlegensten Regionen zu helfen. Die Mitarbeiter sind mit Geländewägen unterwegs, mit dem Esel und wandern manchmal sogar bis zu sechs Stunden zu Fuß.“

Solomon C., zu den Nachwirkungen des Erdbebens 2025, Tearfund Afghanistan

Wusstest Du schon?

Nothelferin zu sein, ist gefährlich. 2024 wurden über 600 Nothelfer weltweit Ziel von gewaltvollen Angriffen, viele von ihnen kamen dabei ums Leben. Am stärksten betroffen waren Nothelferinnen und Nothelfer im Gazastreifen und im Sudan. Diese Zahlen zeigen, dass die Intensität gewaltvoller Konflikte zunimmt und immer häufiger das humanitäre Völkerrecht gebrochen wird³.

³ Humanitarian Outcomes: Aid Worker Security Report – Defenceless: Aid worder security amid the humanitarian funding collapse, (2025).

Ein Projektbeispiel aus Afghanistan

Nachdem ein starkes Erdbeben im August 2025 verheerende Schäden angerichtet hat, unterstützt Tearfund mit Winterhilfe-Kits besonders gefährdete Familien dabei, die kalte Jahreszeit würdevoll zu überstehen und sich ihre Existenz wieder aufzubauen.

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